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DVB-T in Rendsburg - Eine Enttäuschung?
16.5.2008 by admin.
Vor wenigen Wochen hatte ich meinen DVB-T-Empfänger bei Ebay verkauft. Hier war der Empfang einfach mies. Die Antenne, ich hatte eine aktive Antenne mit regelbarem, starkem Verstärker, mußte in das Fenster gestellt werden, um überhaupt ein paar Sender empfangen zu können. Das terrestrische digitale Fernsehen soll immerhin mittelfristig das analoge Antennenfernsehen ablösen.
Technische Voraussetzung zum Empfang des digitalen Antennenfernsehens ist ein DVB-T-Empfänger in Form eines eigenen Gerätes (Set-Top-Box) oder im Empfangsgerät (Fernseher oder DVD-Rekorder) integriert. Desweiteren ist eine Antenne notwendig. Es gibt passive oder aktive Zimmerantennen sowie Außen-oder Dachantennen.
Für Rendsburg gibt es eine eigene Karte zur Empfangsprognose. Bei der Betrachtung der Karte wird deutlich, daß in Rendsburg eine Außenantenne, in vielen Bereichen eine Dachantenne notwendig ist, um DVB-T empangen zu können.
Vor Jahren führte mir mal jemand mit einer einfachen Stabantenne an USB-DVB-T-Empfänger vor, daß der Empfang in Rendsburg möglich sei. Aber es lag wohl eher am Standort in Nähe der Eider, daß er dort tatsächlich Empfang hatte. Meine persönlichen Erfahrungen sind schlechter.
Angesichts des schlechten Empfangs in Rendsburg sollten Interessierte zuerst auf die Karte sehen und sich in ihrer Nachbarschaft umhören, welche Erfahrung Andere mit dem Empfang haben. Bis auf die Anschaffung der Geräte, Antenne und Empfänger gibt es für weniger als 100 Euro, sowie die GEZ-Gebühren entstehen keine weitere Kosten für den Empfang von DVB-T.
Von der Bildqualität her sollten DVB-C (Kabel) oder DVB-S (Satellit) vorgezogen werden. DVB-C bedeutet allerdings Mehrkosten für den Kabelanschluß. Eigenheimbesitzer sollten auf DVB-S setzen, denn sie können problemlos eine Satellitenschüsseln anbringen. Besitzer von Eigentumswohnungen dagegen sind auf das Wohl und Wehe der Hausgemeinschaft angewiesen. Jedoch gibt es Gerichtsurteile, die auch deutschen Mietern und Wohnungseigentümern zugestehen, unter Umständen eine Satellitenschüssel auf dem Balkon aufzustellen oder anzubringen. Eine DVB-T-Außenantenne ist dabei etwas unauffälliger anzubringen. Allerdings muß der Balkon für terrestrischen oder Satellitenempfang günstig ausgerichtet sein. Vor einer Anschaffung sollten Interessierte sich also bewußt machen, in welche Richtung sie ihre Antenne oder Schüssel ausrichten müssen. Ein Balkon in Nordwestausrichung ist sicher ungeeignet, wenn der Satellit im Südosten anzuvisieren ist.
Wenn ein Vermieter oder eine Eigentümergemeinschaft den Kabelempfang ablehnt, DVB-T aber wie in Rendsburg nur eingeschränkt zu empfangen ist, könnte es durchaus sein, daß die Aufstellung einer Satellitenschüssel gegenüber Vermieter oderEigentümergemeinschaft rechtlich durchsetzbar ist, zumal das analoge Fernsehen über Antenne bald nicht mehr empfangen werden können wird.
Ich selbst besitze nur noch einen einfachen USB-DVB-T-Stick für den Fall, daß ich mit dem Notebook mal irgendwo sitze, wo der DVB-T-Empfang möglich ist. Ansonsten ist aufgrund meiner Erfahrung DVB-T für mich keine ernstzunehmende Lösung für den digitalen Fernsehempfang. Eine gebrauchte NokiaD-Box I, die für wenige Euro bei Ebay erhältlich ist, kann bei vorhandenem Kabelanschluß zwecks Empfang von DVB-C genutzt werden.
Glossar
DVB: Digital Video Broadcasting, der Videostandard für die Ausstrahlung digitaler Inhalte. “T” steht für terrestrischen, also Empfang per Antenne, “C” für Cabl, folglich den Kabelanschluß und “S” für den Empfang über Satellit. Für jedes Format ist ein eigener Empfänger notwendig.
Set-Top-Box oder Receiver: Empfangsgerät, das zwischen Anschluß und Fernseher bzw. DVD-Rekorder geschaltet wird. In vor allem höherwertigen Fernsehern von z.B. Loewe sind entsprechende Empfänger neben dem normalen analogen TV-Tuner schon integriert, so daß der Nutzer nicht mit zwei Fernbedienungen hantieren muß. Einige Flachbildfernseher auch der günstigeren Preiskategorien bringen einen integrierten DVB-T-Empfänger mit.
Geschrieben in Unterhaltung, HiFi, PC & Technik | Drucken | 1 Kommentar »