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September 2010
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Archiv der Kategorie Kultur

[SHMF 2010] K 90 “Prachtvoll” - Ein wahrhaft prachtvolles Konzert

Ja, auch ich war am Mittwoch in der Christkirche. Natürlich saßen ich und meine Begleiter auf den “billigen Plätzen”, die sich zu Stammplätzen entwickeln, weil dort die Sicht sehr gut ist, besser als auf manch teurerem Platz. Auf der Eintrittskarte steht “sichtbehindert”.

Für Sir John Eliot Gardiner fuhr ich letztes Jahr eigens nach Lübeck und nahm eine abenteuerliche Rückreise mit dem Zug auf mich. In der MuK durfte ich damals Händels Israel in Egypt erleben. Und nun kam der Meister, dessen Berlioz-Aufnahmen in meinem Regal stehen, nach Rendsburg. Seit ich Robert Kings Rekonstruktion der Krönungsfeierlichkeiten für George II. in der Christkirche und dann 2006 im Großen Musikvereinssaal Harnoncourt mit einem Bach-Programm erleben durfte, bin ich dem Barock nicht mehr abgeneigt. - Oder genauer: Barockmusik eröffnet sich mir immer mehr.

Aus kulturfaschistischer Sicht gab es eine unschöne und unnötige Unterbrechung, als auf der Empore jemand von Sanitätern versorgt werden mußte. Man sollte die Leute einfach liegen lassen oder mit einem Kissen auf das Gesicht ruhigstellen, bis das Werk aufgeführt ist. [Tiefschwarzer Humor oder kulturfaschistischer Ernst?]
Unerhört viele Konzertbesucher waren dieses mal auch wieder dabei. Leider waren dieses Mal keine Hustenbonbons als Wurfgeschosse audsgegeben worden. Aber es wurde zumindest brav an den nach teutonischer Art richtigen Stellen applaudiert. Die angespannten Blicke im Publikum können wohl als Beleg der Verdummung unserer Gesellschaft betrachtet werden. Solche Musik hörte man früher zum Essen, heute muß der durchschnittliche Konzertbnesucher derart konzentriert zuhören. Echte Musikliebhaber wagen übrigens auch mal ein Wippen oder Wanken.

Daß die English Baroque Soloists sauber und kompetent musizieren, ist bekannt. Das Programm war ausgewogen zusammengestellt. Lenneke Ruiten sieht nicht nur gut aus, sie singt auch hervorragend. Alles in allem Musik auf Weltklasseniveau. Auch mit kleiner Besetzung kann Musik prachtvoll erklingen. Mir hat der Abend sehr gut gefallen. Mehr brauche ich nicht schreiben.

[SHMF 2010] K 54 “Romantische Bekenntnisse” - Lebendige Interpretation

Am gestrigen Samstag hatte ich dank Schleswig-Holstein-Musikfestival wieder die Gelegenheit, gute Musik auf hohem Niveau interpretiert zu erleben. Ein Desaster war das Treffen mit meinen Begleitern in der Hauptwache vor dem Konzert. Wir bestellten um kurz nach 18:30 dort unsere Speisen, als einziger erhielt ich meine Pizza picante ca. 19:10, die anderen Vier wurden erst ca. 19:35 bedient. Offensichtlich war die Hauptwache nicht auf den Ansturm vieler Gäste eingestellt.  S0 kamen wir recht spät in die Christkirche, knapp vor 20 Uhr. Dort waren unsere Plätze belegt und eine Dame mußte mehrmals aufgefordert werden.

Die mir vertraute Reformationssymphonie des lutheranisch getauften Felix Mendelssohn-Bartholdy wurde sehr zügig in den Tempi dirigiert, was der Lebendigkeit des Werkes gut tat. Es wirkte nicht verfremdet, sondern authentischer. Christopher Hogwood nutzte auch den Raum in der Dynamik aus. Leise Töne blieben piano, ein Fortissimo wirkte wie ein Fortissimo. Auch diese Bandbreite der Dynamik nutzte dem Werk. Die Modulation des Themas des ersten Satzes waren fein herausgearbeitet, der fast strenge barocke Charakter des ersten Satzes dieser romantischen Sinfonie wurde deutlich, das Orchester spielte sauber.

Die Missa Sacra Robert Schumanns war für mich Neuland. Wegen seiner räumlichen Nähe zu Brahms - Ich verachte Brahms! - war Schumann bisher für mich tabu. Das, was ich hörte, war aber nun gar kein Brahms, sondern ein Geistliches Werk, welches mir gefiel. Auch hier wurde die Dynamik voll ausgekostet und sauber musiziert. Nur einmal schien einem Streicher ein Malheur geschehen zu sein. Die Orgel klang sauber und niemals aufdringlich; unsauberen Klang hatte ich für Faurés Requiem monieren müssen. Schön war das Offertorium der von Orgel und Cello begleiteten Solistin. Die Leistungen des Chores, aber auch des Orchesters waren überragend.

Erfreulich war auch, daß die Zahl der Konzertbehuster nicht wahrnehmbar war. Haben diese lästigen Banausen Hausverbot? Auch “Fehler” beim Applaus blieben aus. Auch wenn ich mir weniger deutsche Verkrampftheit wünschte. Schließlich sind diese Regeln eine Unsitte des späten 19. Jahrhunderts. Musik ist schließlich keine lästige Pflichtübung, sondern ein Genuß. Und da sollen Emotionen auch ausbrechen dürfen. Lästige Pflichtübung schien der Konzertbesuch für einige Besucher in den ersten Reihen des Mittelschiffes zu sein. Dort wurde wild im Programmheft geblättert und auf die Uhr geblickt.

[SHMF 2010] K 9 “In elysischen Gefilden”: Ein Verriß

Wie jedes Jahr hatte ich mir Karten für alle Rendsburger Konzerte des Schleswig-Holstein-Musikfestivals bestellt, es werden auch immer mehr Freunde und Bekannte, die sich der Bestellung anschließen. Für das heutige Konzert hatte ich zwei Karten bestellt. Die Begleitung war leider kurzfristig abgesprungen, so daß ich mir ein - so wie ich das vor der MuK in Lübeck und auch andernorts gesehen hatte - einen Zettel aus und stellte mich vor die Christkirche. Die zweite Karte wurde ich zum Glück noch an eine junge Mutter los, die hoffentlich das Konzert noch genossen hat, das Konzert von Poulenc schien ihr nicht behagt zu haben. Nach der Pause scheint sie einen besseren Platz gefunden zu haben. Es gab nämlich viele Lücken.

Als Kulturfaschist hatte ich natürlich Halsbonbons aus Schweizer Produktion dabei, um sie Konzertbehustern an den Kopf zu werfen. Zu meiner positiven Überraschung sah ich in der Pause, daß eben diese Bonbons auch in Schüsseln zum Hineingreifen bereitstanden. Wollten andere Kulturfaschisten sich gut darauf einstellen, daß wie in den letzten Jahren viele Konzertbehuster und Falschapplaudierer mit finalen Rettungswürfen hingestreckt werden müßten?

Das erste Werk des Abends war Pulencs Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken. Es wurde sehr ordentlich musiziert; die Orgel klang gut. Es hat wohl die Orgel der Christkirche geklungen, denn der Organist kam zum Applaus aus jener Richtung.
Zum Glück kenne ich das Werk von CD, und Poulenc komponierte recht konservativ. Moderne Musik ist ansonsten bekanntlich nicht meine Welt. Ich empfinde dieses Konzert sogar als sehr schön.

Vor der Pause folgte noch Vivaldis Gloria D-Dur RV589. Das war für mich neue Musik; schließlich erarbeite ich mir das Barock erst seit ein paar Jahren. Die Chorleistung war überragend, ebenso musizierte das Orchester sehr ordentlich. Die Wahl der Tempi erschien mir schlüssig, ebenso der dynamische Umfang.

Der Höhepunkt des Abends sollte Faurés süßliches Requiem werden. Die Chorleistung war überragend. Auch das Orchester hielt seine gute Klasse. Der Solist zeigte, was er kann, die Solistin schwächelte nur beim gallikanischen Kirchenlatein. Leider wurde auf eine elektronische Orgel gewechselt, die meines Erachtens auch Mißtöne produzierte. Das Tempo war im Vergleich mit den Aufnahmen von Dutoit und Gardiner, der übrigens am 11. August in die Christkirche kommt, recht hoch, als wenn nach Ende des Konzertes ein Skatabend anstünde. In paradisum war kaum noch wiederzuerkennen. Das Orgelspiel war äußerst schnell und entstellte einen der schönsten Abschnitte sehr.

Tapfere Eidgenossen!

Ich gratuliere den tapferen Schweizern, die trotz drohenden Wirtschaftsboykotten und möglichen Anschlägen ein klares Signal setzten. Die Schweizer stimmten der Minarett-Initiative zu. Nun ist in der Schweiz der Bau eines Minarettes verboten.
Natürlich ist das nur Symbolpolitik. Anstatt den kleinen Finger zu reichen und den Oberarm verschwinden zu sehen haben die Schweizern den Mohammedanern die Stirn gezeigt. Die Mohammedaner in Europa fordern, fordern und fordern. Wenn sie nicht erhalten, was sie wollen, maulen sie über Rassismus herum und sehen sich als Opfer. Das do ut des wird nicht praktiziert. Während Vietnamnesen und andere Immigranten aus fremden Kulturkreisen sich integriert haben, nehmen die Mohammedaner nur und geben nichts. Überall in Europa, auch in der Schweiz, gibt es Probleme mit mohammedanischen Zuwanderern. Es gibt auch die sehr gut integrieren, gar assimilierten Zuwanderer aus der islamischen Welt. Doch diese fordern keine repräsentativen Moscheebauten.
Ich gönne den Mohammedanern ihre Religionsfreiheit. Zum Ausüben ihres Glaubens sollen sie gerne einen Gebetsraum haben. Das kann auch ein Neubau sein. Aber muß es ein Monumentalbauwerk im orientalischen Baustil sein?
Bei den Minaretten ist die Frage klar. Sie sind auch in den Augen vieler islamischer Gelehrter nicht notwendig. Kulturhistorisch betrachtet sind Minarette aber klare Machtsymbole. Und diese Machtdemonstration des Islams ist das, was die europäischen Bürger ablehnen. Sie wollen sich nicht unterwerfen, sie wollen die Freiheit und die Demokratie wahren. Die Schweizer haben ihre Freiheit, ihre Kultur verteidigt. Wie der geschätzte Henryk M. Broder feststellt, haben die Schweizer gegen die Islamisierung gestimmt.

“Ich habe keine Angst vor einem missionarischen Islam, aber vor einer laschen Christenheit.” (Bf. Mixa)

Israels Vorgehen gegen die Terroristen

Ich begrüße das konsequente Vorgehen Israels gegen die Terrororganisation Hamas. Zugleich bin ich  entsetzt über die Duldung antisemitischer Ausbrüche in europäischen Innenstädten. In Wien wurde ich selbst Zeuge einer solchen abartigen Demonstration. Terrorsympathisanten demonstrierten in den letzten Tagen auch in vielen deutschen Städten. Dabei wird offen zur Vernichtung Israels aufgerufen. Linke Antidemokraten und rotlackierte Faschisten üben bei diesen Demonstrationen mal wieder den Schulterschluß mit den Islamisten.
Daß die Hamas Oppositionelle ermordet hat, daß viele Palästinenser in Israel eine neue, sichere Heimat fanden, daß Frauen unterdrückt werden, wird ausgeblendet. Ebenso ignoriert wird die Tatsache, daß sich Israel weiterhin an den Waffenstillstand hielt, obwohl israelische Städte mit Kassamraketen beschossen wurden und Zivilisten starben.
Die Palästinenser und ihre Freunde skandieren, Israel sei ein Kindermörder. Israel bombardiere Krankenhäuser und Zivilisten. Die Wahrheit ist jedoch, daß das Terroristenpack der Hamas nur seine eigenen Untaten auf Israel projiziert. Palästinensische Raketen und Attentäter töten Kinder und Zivilisten. Palästinenser lagern Waffen in Moscheen, unter Schulen oder in Krankenhäusern, bauen dort strategische Stellungen aus, um anschließend der Welt heulend in der üblichen “Pallywood”-Manier die angeblich zivilen Opfer vorzuführen.
Es sind westliche Medien, welche uns in den Nachrichten unreflektiert diese Pallywood-Produktionen zeigen. Es sind genau jene Medienmacher, die “Antizionismus” schüren, welche schon als Studenten mit der RAF und den palästinensischen Terroristen sympathisierten. Genau diese Linken gehen heute zusammen mit den Kindermördern der Hamas auf die Straße und hetzen gegen Israel und die Juden.

Mit positiver Verwunderung vernahm ich die Äußerung Merkels, daß die Hamas selbst schuld sei. Selbst Ägyptens Außenminister hatte dieses offen bekannt. Es ist gut, daß diese Wahrheit offen bekundet wird, obwohl die linke Camarilla uns in den Medien Anderes über den Konflikt auftischen möchte.

Israel steht für Menschenrechte und Demokratie, während die Anhänger Muhammads nicht nur im orientalischen Raum für Unterdrückung und Gewalt sorgen. Jedem vernünftigen Menschen sollte klar sein, daß er sich auf die Seite Israels stellen muß.

Definition des Terminus “Konzertbehuster”

Konzertbehuster sind lästige Störenfriede in Konzerten, meist weiblichen Geschlechts und höreren Alters. Konzertbehuster verweigern Halsbonbons und warten leise Passagen ab, um sich zu räuspern, zu keuchen oder lautstark zu husten. Findet ein Konzert in einer älteren Kirche statt, wählen Konzertbehuster Sitzplätze auf der Empore, um während des Konzertes durch Herumschreiten das alte Gebälk knarren zu lassen.

Ich fordere die Einrichtung einer Kulturgendarmerie, die sich auch um die Ruhigstellung von Konzertbehustern bemüht.

Ein Plädoyer für universelle Bildung

Alles Heute ersteht aus den Gedanken von gestern. Das heutige Denken läßt sich nur aus dem Gestern erklären - Daher ist eine klassische Bildung unerläßlich. Geisteswissenschaften sind eben nicht unproduktiv oder gar überflüssig.

Eine universelle Bildung ist unverzichtbar. Ein Text läßt sich inhaltlich nur erfassen, wenn Zusammenhänge erkannt und begriffen werden. Dazu gehört auch eine naturwissenschaftliche Basisbildung.

Wer Texte lesen, erfassen und analysieren kann, ist auch in der Problemanalyste schneller und besser. Hier profitieren Natur- und Ingenieurswissenschaften.

Wer schöpferisch ein Kunstwerk schaffen kann, der kann vielleicht seine Gedankenwelt besser öffnen und ist damit teamfähiger?

Kreativität und Problembewältigung - daran mangelt es in unserer Gesellschaft. M.E. hat dieses im kulturellen Verfall seine Ursachen, weil eben Defizite selbst bei den “Eliten” vorherrschen, weil Fachidioten ausgebildet werden, und die universelle Bildung der Verachtung anheim fällt.

Nicht Alles, was unökonomisch erscheint, ist langfristig unökonomisch. Die Investition in Bildung, eine universelle Bildung lohnt sich. Der Tanz um das Goldene Kalb, die Ökonomie, führt dazu, daß die Wirtschaft sich selbst sabotiert. Ökonomie wird zum elementaren Lebensbestandteil verklärt, doch ist sie nur Teil des Lebens, ein Fragment der Kultur einer Zivilisation. Ökonomie kann nur neben den Künsten bestehen, denn Ökonomie ist auf die Kraft der Kultur der Menschen einer Zivilisation angewiesen.

Bildung bedeutet das Erfassen der eigenen Kultur, der Grundlagen der gesamten Kultur. Kultur beschreibt das Miteinander und die Fähigkeiten der Menschen in einer Zivilisation. Jagd- und Anbautechniken gehören genauso dazu wie Benimmregeln in der sozialen Interaktion, die Schrift sowie das Geschriebene, die Art der Geschriebene genauso wie die Form des Geschriebenen, die Religion …
Doch Menschen geringer Bildung erfassen ihre eigene Kultur nicht, ihnen fehlen die Werte und der soziale Ehrencodex. Deshalb sind diese Menschen auch eher geneigt, Totalitarismen hinterherzulaufen. Bestialische Ideologien wie der Kommunismus oder Nationalsozialismus können nur aufgrund der Preisgabe der eigenen Kultur bestehen. Der Verlust der ursprünglichen Werte läßt das staatliche Morden zu, denn diese Ideologien treten mit dem Anspruch an, eine neue Zivilisation mit neuer Kultur zu schaffen.

Das deutsche Bildungssystem war vorbildlich, als der Physiker noch den Faust nicht nur vom Titel her kannte, als der Historiker noch die naive Beschreibung eines Naturphänomens in einer Chronik erkannte. Intelligenz und Bildung verschmelzen, bedingen aber nicht einander, aber das ist ein anderes Thema …

Fragen zu alten Weltkarten?

 In der Welt wird über die Revision der Waldseemüller-Karten berichtet.

Der Wissenschaftshistoriker Charles H. Hapgood stellte in Maps of the Ancient Sea Kings 1966 ähnliche Fragen zu diversen Karten. Dabei arbeitete er mit modernen Geographen zusammen. Das Buch erschien 2002 bei Zweitausendeins als “Die Weltkarten der alten Seefahrer” in deutscher Übersetzung und wurde in der WELT vorgestellt. Wegen der Rezension schaffte ich es mir an.

Für mich ist klar, daß wir untersuchen müssen, ob antikes Wissen in die Karten des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit einflossen. Neben Griechen, Phöniziern und Römern fuhren sicher auch andere Völker auf den Weltmeeren. Die Römer trieben Handel mit Indien. Die indigenen Völker Lateinamerikas berichten von bärtigen Kulturbringern. In Mexiko stehen Skulpuren mit negriden Gesichtszügen.
Wenn ich mich recht entsinne, sollen am Amazonas ein blasser, rothaariger Stamm hausen, die Cachapoya, deren Ahnen wohl Kelten gewesen sein sollen. Jeder weiß, daß Kelten in der gesamten Antike für alle möglichen Völker als Söldner dienten, darunter auch die seefahrenden Phönizier.
Die Kanaren waren in der Antike auch schon bekannt. Unter Berücksichtigung der Meeresströmungen dürfen wir wohl annehmen, daß es auch mal Schiffe nach Westindien verschlug. Nachgewiesenes Kokain in ägyptischen Mumien kann als Indiz für einen transatlantischen Handel gedeutet werden.

Eine weitere mögliche Erklärung für Seekarten über den europäischen Tellerrand hinaus bieten die Fahrten der Chinesen. Jedoch sind die Thesen von Gavin Menzies nicht unproblematisch und zum Teil schon widerlegt.

Die Fahrten der Portugiesen, aber auch europäischer Fischer bieten allerdings die naheliegende Erklärung für das Wissen um den Kontinent im Westen. Warum sollten die Portugiesen nicht versucht haben, im Bereich Mittelamerikas eine Durchfahrt zu suchen.  Kolumbus holte sich einen Teil seines Wissens auch von den Portugiesen. Die Portugiesen waren an der Expedition Didrik Pinings und Hans Pothorst unter Christian I. nach Grönland und Vinland beteiligt.
Und natürlich gefiel es den portugiesischen Seefahrern nicht, wenn ihr Wissen an fremde Mächte geriete. Man denke nur an die aufkommende Konkurrenz des 16. Jahrhunderts!

Ostrom war bis auf die Eroberung während des Vierten Kreuzzuges kontinuierlicher Transporteur antiken Wissens. Es tauchen im Hoch- und Spätmittelalter plötzlich wieder Errungenschaften der Antike auf, darunter Armbrüste oder Windmühlen. Das kam nicht von den Mohammedanern, sondern von den “Griechen” zurück nach Europa.
Europäische Händler waren überall in Eurasien aktiv. Am bekanntesten ist Marco Polos Ausflug nach China. Genua entsandte Galeerenexpeditionen, dokumentiert ist jene der Gebrüder Vivaldi.

Die indigenen Kulturen Lateinamerikas trieben Nachweisleich Küstenhandel von Peru bis Mexiko. Wieso sollte nicht geographisches Wissen über Indios an Europäer gelangt sein? Schließlich traten die Europäer nicht nur als Eroberer auf, sondern sie fanden auch Verbündete. Ein Inka soll sogar auf dem Floß bis Polynesien gefahren sein.

Wir nehmen immer leichtfertig an, Geschichte und vor allem die technische und wissenschaftliche Entwicklung sei ein fortlaufender Prozeß. Aber es gab immer wieder Einbrüche in der Menschheitsentwicklung. Sei es durch Naturkatastrophen, sei es durch Kriege oder Völkerwanderungen. Die Völkerwanderung der Spätantike und die arabische Expansion haben viel Wissen zunichte gemacht. Manches Wissen überlebte in Nischen.

 Buchtips:

Renovierung - Ein Erfahrungsbericht

Zum Geburtstag hatte ich einen Gutschein über einmal Tapezieren und Streichen durch einen Maler erhalten. Da mir meine Einrichtung schon länger nicht mehr gefiel, nahm ich das zum Anlaß, alles mal volkommen umzugestalten. Folglich sollten auch neue Möbel her. Auch Steckdosen und Lichtschalter wurden neu gestaltet.

Erste Schwierigkeit stellte die Terminfindung dar, da ich neben dem Studium jobbe. Also nahm nach Rücksprache mit dem Maler Anfang August in der vorlesungsfreien Zeit eine Woche Urlaub. Schon das Ausräumen und Ausmisten dauerte viel zu lange. Da hatte ich mich verschätzt. Beim Abbau der Möbel zeigte sich das nächste Problem. An der Wand zum Bad hatte sich recht frischer Schimmel gebildet, der hinter den bisherigen Kiefermöbeln nicht zu erkennen war. Da das Bett an die Wand sollte, mußte da erst im Bad die Ursache gefunden werden, auch um weitere Schäden zu vermeiden; Chemikalien wurden auf meine Wand aufgebracht. Dann wurde die geplante Glasfasertapete tapeziert. Wegen der beiden Farben mußte zeitversetzt gestrichen werden, da sie ansonsten in den Ecken verlaufen wären. Am ersten Tag kam die Decke dran, am zweiten Tag das Bordeauxrot der Seitenwände, am Dritten das sehr helle Gelbbraun der Wände mit Tür und Fenster.

Das Mobiliar holten wir an einem Tag bei IKEA, an dem der Maler strich. Die Kartons standen dann ein paar Tage im Keller. Nach und nach begann ich mit dem Aufbau der Möbel. Da der Urlaub aber schnell herum war, durfte ich bald wieder geldverdienen. Nach 11-Stunden-Schichten hatte ich kaum Zeit und Muße, mit dem Aufbau und Einräumen weiterzumachen. Da für den Samstag des Rendsburger Herbstes, Ende August, eine Einweihungsfeier vorgesehen war, mußte improvisiert werden. Dadurch stellte ich mir das Zimmer zu. Im Oktober schaffte ich es endlich, meinen neuen Schreibtisch aufzubauen, der das Letzte meiner Möbel im Keller war.
Derzeit stehen noch ein paar Kisten bei mir im Raum, hauptsächlich für den Verkauf bei Ebay bestimmte Dinge und Alles, was unterdem kommenden neuen Bett Stauraum finden soll. HiFi-Anlage und Fernseher sind noch nicht aufgestellt. Leider lassen Studium und Nebenjob mir nicht mal eine Woche frei, in der ich das Werk vollenden könnte.

Mein frisch renoviertes Wohnschlafzimmer ist ausgestattet mit Billy-Regalen mit Aufsatz an der Wand mit der Tür. Über der Tür bildet ein Billy-Wandregal den Übergang. Rechts der Tür steht ein 40-cm-Element auf 45° als Eckschrank da, so geht es dann einmal um die Ecke. Links der Tür an jener Wand fehlen noch die Benno-CD-Regale, das neue Bett allerdings an jener Wand soll vom Tischler kommen, da ich besondere Wünsche habe. An der Wand mit dem Fenster gegenüber der Tür sollen am Bett noch Regale für die HiFi- und Heimkinokomponenten sowie ein Wandhalter für den Fernseher hin, das kommt dann nicht von IKEA. Rechts der Tür folgen bis zum Fenster eine Lücke auf das Billy-Regal, dann ein Besta-Regal mit Aufsatz und einer Tür. Dahinter steht ein Pax-Kleiderschrank. Mitten im Raum befindet sich ein Schreibtisch IKEA Galant auf Rollen, dazu ein 64cm hohes Modul Besta mit Schublade auf Rollen für den Drucker. Die neue Deckenlampe ist auch von IKEA.
Später kommt vielleicht noch ein Sessel Tullsta oder so ähnlich mit Leselampe passend zur Deckenlampe in den Raum.
Vor den bordeauxrot gestrichenen Glasfasertapeten sehen die weißen Möbel richtig gut aus, der Raum wirkt heller und größer als mit meiner alten Einrichtung. Da die Wände mit Tür und Fenster länger sind als die Seitenwände, sind die Seitenwändebordeauxrot gestaltet, während die längeren Wände in einem hellen Gelbbraunton (Safari?) gestrichen sind. Dadurch gewinnt der Raum an Tiefe, wenn der Betrachter in der Tür steht. Dank der Modularität und Flexibilität der IKEA-Serien konnte ich in dem äußerst kleinen Zimmer sehr vieles unterbringen. Problematisch waren auch die Längen meiner Wände. Der beschränkte Etat tat sein übriges.

Zur Qualität muß ich sagen, daß bei mir nur der PAX-Schrank von schlechter Qualität ist. Dafür, daß der so teuer war, ist der Zustand der Seitenteile erbärmlich gewesen. Am besten konnte ich die Besta-Teile zusammenbauen, weil da die Bohrungen sauber vorbereitet waren und alle Teile paßten.

Die HiFi- und Heimkinokomponenten werden wohl eher nicht auf VCM Trento thronen, sondern auf eigenen Entwürfen, die ich vom Tischler umsetzen lassen werde. Für Hinweise auf ein günstiges und stilvolles Wandregalsystem für HiFi-Komponenten wäre ich dankbar. Einen LCD-Fernseher und die Wandbefestigung mit mindestens zwei Gelenken dafür muß ich mir noch anschaffen.

Ausgegeben hatte ich bisher rund 800 Euro für alles. Ich hatte mich vorher umgesehen und gründlich Preise verglichen. IKEA kommt am besten weg.

Rund 75 Euro haben aber zusätzlich meine Steckdosen und Lichtschalter von Berker B.1 gekostet. Das mußte sein, denn die alten Steckdosen waren zusammengewürfelt aus verschiedenen Billigschalterserien. Sie sind wie alle technischen Geräte bei mir anthrazit. Heute entschiede ich mich wohl eher für polarweiß, aber Anthrazit bildet einen Kontrast zum Weiß der Möbel. Wirklich sichtbar ist ohnehin nur der Lichtschalter mit der darunterliegenden Steckdose neben der Tür.

Das nächste Mal lasse ich mir die Möbel aber liefern. Die Heraussucherei sovieler Teile bei IKEA in den Regalreihen sowie das Ver- und Entladen waren nervenaufreibend. Dankenswerterweise hatte sich ein Bekannter geopfert und sein Wohnmobil und sich als Fahrer bereitgestellt.

Ich mag die Schlichtheit und Funktionalität der Möbel.

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