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Die Parther
In den Schulen wird noch gelehrt, daß der Verfall Roms mit dem Sieg über den Rivalen Karthago begonnen hätte. Jedoch wird dabei ein großer Rivale im Osten ausgeblendet. Mußten die Griechen sich noch mit den Persern arrangieren oder herumärgern, hatte das antike Rom erst die hellenistischen Reiche wechselnd als Partner oder Gegenspieler, entstanden auf dem Territorium des riesigen Seleukidenreiches neue Reiche. Darunter war das Graeco-Bactrische Reich, welches grob im heutigen Afghanistan anzusiedeln war, aber auch das Partherreich, dessen Kernland grob im Norden des heutigen Irans lag.
Die Parther waren als Parner vermutlich skythische Nomaden aus dem Raum östlich des Kaspischen Meeres. Sie wanderten in die seleukidische Provinz Parthia ein und bauten langsam ein neues Reich auf, welches von Mesopotamien bis Indien reichte. Dabei übernahmen sie hellenistische Elemente wie das Diadem des Königs und alte persische Elemente wie den Thiara-artigen Filzhut. Die Verwaltung hatten schon Alexander Megalos und der Diadoch Seleukos Nikator von den Persern übernommen, welche Alexander geschlagen hatte. Es wurden die Satrapien als Provinzen übernommen. Die Parther übernahmen Provinzen und Vasallenkönigtümer. Die militärische Stärke machte die Reiterei aus.
Die Römer versuchten immer wieder ihre Grenze nach Osten zu verschieben. Am bekanntesten sind die Feldzüge in der späten Republik Marcus Antonius und später Trajans. Die römische Grenze war nach Osten gut gesichert. Etwa im heutigen Jordanien gibt es Überreste von vielen Kastellen.
Hauptsächlich bestimmen Münzen und ein paar Inschriften die Quellenlage. Hauptsächlich wird das Wissen über die Parther aber aus römischen Quellen gezogen.
Die Forschung beschäftigt sich seit einiger Zeit verstärkt mit dem Raum Persien und den dortigen Reichen. Da die Altorientalisten Persien, Parther und Sassaniden ausblenden, diese aber für das Verständnis griechischer und römischer Geschichte wichtig sind, nehmen sich die Althistoriker dieser Hochkulturen an.
Der Raum, welchen die Parther beherrschten, war die Schnittstelle zwischen dem antiken Mittelmeerraum und Indien oder gar China. Teile der Seidenstraße verliefen durch das Reich.
Das Partherreich verfiel wie das Seleukudenreich, weil Vasallenkönige und Satrapen sich selbständig machten. Begünstigt wurde das durch Thronstreitigkeiten und Bürgerkriege in den beiden ersten nachchristlichen Jahrhunderten. Dem Partherreich folgte das Sassanidenreich, welches ein Gegenspieler des spätantiken Roms blieb. Das Sassanidenreich wurde im 7. Jahrhundert von mohammedanischen Horden überrannt.