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Radfahren in Rendsburg und Umgebung: Marienweg (Westerrönfeld)
Dieser Eintrag stammt von admin Am 14.2.2009 @ 04:18 In Verkehrspolitik, Kommunalpolitik RD | 1 Kommentar
Es soll der Marienweg in Westerrönfeld umgestaltet werden, das auch im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Itzehoer Chaussee und der Schaffung eines Kreisverkehrs. Nun hatte ein offensichtlich schlecht informierter Westerrönfelder Bürgermeister in einem Bericht der Landeszeitung von einem Radweg im Marienweg erzählt, der schlecht angenommen würde. Dem Photo konnte ich entnehmen, daß dort aber ein Gehweg ausgewiesen ist. Fälschlicherweise meinte ich, mich an einen Anderen Radweg zu erinnern, dieser besteht aber nicht, wie ich dann später vor Ort feststellte, nachdem mein Leserbrief in der LZ vom 19.12.2008 in der LZ zur Meldung abgedruckt worden war.
Es ist offensichtlich von der Stadt Rendsburg und der Gemeinde Westerrönfeld geplant, einen Radweg in dem Marienweg bis zum Fußgängertunnel zu schaffen. Nun müßten jeder erwarten, daß ich mich als Radfahrer über das Angebot eines Radweges freuen sollte. Ich lehne Radwege auch nicht generell ab, doch ist leider zu erwarten, daß die Stadt Rendsburg keinen “Anderen Radweg” im Sinne des § 2 (4) StVO schafft, sondern durch Gebotszeichen eine Radwegebenutzungspflicht anordnen wird. Außerdem ist dem Plan, der mir beim letzten Radler-Stammtisch für Rendsburg und Umgebung gezeigt wurde, mit Mängeln versehen. Herr Schnoor vom ADFC wies auf die schlechte Führung der Radwege hin. Die laut Gesetz eigentlich mit dem Autofahrer gleichgestellten Radfahrer werden schlecht um den Kreisverkehr herumgeführt. Es ist wahrscheinlich, daß die Schüler linksseitig um den Kreisverkehr fahren werden, da sie den kürzesten Weg zum Fußgängertunnel suchen werden. Das Unfallrisiko für linksseitige Radwegnutzung, das sogenannte “Geisterradeln”, ist aber enorm hoch, dazu kommt, daß das Unfallrisiko für Radfahrer auf Radwegen ohnehin bis zu 12mal höher liegt als auf der Fahrbahn, wie wohlgemerkt die Bundesanstalt für Straßenwesen feststellte.
Statt eines Bürgersteigradweges könnte eine mit gestrichelter Linie versehene Radspur ohne Benutzungspflicht auf der Fahrbahn geschaffen werden. Im Marienweg selbst wäre auch eine Umgestaltung zur Fahrradstraße möglich. Im Bereich des Fußgängertunnels könnte eine Überführung gestaltet werden, vor der die anderen Verkehrsteilnehmer z.B. durch Blumenkübel ausgebremst werden. Das könnte auch Fußgängern nützen. Aus Rücksicht auf die Fugänger, vor allem ältere Mitbürger und Behinderte sollten die Radfahrer unbedingt die Fahrbahn nutzen müssen.
Im Marienweg wäre der Bau eines Radweges Geldverschwendung. Er darf mangels hohem Verkehrsaufkommen ohnehin nicht als benutzungspflichtig ausgewiesen werden, auch würden die ca. 90% der Radfahrer, die solch einen “Anderen Radweg” wegen des subjektiven Sicherheitsempfindens nutzen, unnötig gefährdet. Wenn Westerrönfeld unbedingt den Schulweg sichern möchte, sollen sie die Radfahrer weiterhin auf der Fahrbahn fahren lassen. Kinder bis zum 8. Lebensjahr müssen nach aktueller Gesetzeslage ohnehin auf dem Gehweg fahren, bis zum 10. Lebensjahr dürfen sie es. Das Geld wäre in Bildungseinrichtungen besser investiert.
Nachtrag: Ich war bei der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Westerrönfeld am 17. Feb. zugegen. Ebenso waren Herr Wischnewski von der Kreisverwaltung, Herr Siebknecht von der Amtsverwaltung und Herr Gosch vom Planungsbüro.
Die Herren Gosch und Wischnewski machten unsere Arbeit und vertraten weitestgehend die radverkehrspolitischen Ansätze des Bundesverkehrsministeriums. Herr Wischnewski betonte, daß innerorts Radwege kreisweit im Regelfall Unfallherde seien. Damit deckt sich seine Erfahrung mit jenen Forschungsergebnissen etwa des Bundesamtes für Straßenwesen.
Der Radweg für den Marienweg ist vom Tisch, beauftragt wurde Herr Gosch mit der Erarbeitung eines Vorschlages, wie der Radverkehr über Ostlandstraße, Dorfstraße und Kanalufer zu “führen” sei. In der Dorfstraße soll der Radverkehr den zu erneuernden bestehenden und benutzungspflichtigen Bürgersteig-Radweg befahren. Vorgeschlagen wurde eine Anhebung der Straße auf Bürgersteigniveau, um den übrigen Verkehr auszubremsen und den Radfahrern eine sichere Querung zu bieten.
Die Einmündung des Marienweges in die Itzehoer Chaussee sei für Radfahrer zu gefährlich, deshalb soll der Radverkehr über den Umweg “geführt” werden.
Da ich kein Rederecht hatte, konnte ich leider nicht einwenden, daß sich Radfahrer wie auch Fußgänger den kürzesten Weg suchen, also sich sehr schlecht führen lassen. Ich hätte die von Herrn Gosch vorgeschlagene Lösung einer Fahrradstraße im Marienweg für gut befunden, selbst aber eigentlich den Status Quo mit geringen baulichen Änderungen präferiert.Wenn es nun schon ein benutzungspflichtiger Radweg in der Dorfstraßegebaut werden soll, wäre eine Radspur auf der Fahrbahn wünschenswert. Leider wird eine sehr gute Querung an nur einer Stelle dazu führen, daß “Geisterradler” den linksseitigen Radweg nutzen werden. Daher wäre zumindest ein Fahrradsymbol mit Richtungspfeil wünschenswert.
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