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Archive für 20.11.2008
Fragen zu alten Weltkarten?
20.11.2008 by admin.
In der Welt wird über die Revision der Waldseemüller-Karten berichtet.
Der Wissenschaftshistoriker Charles H. Hapgood stellte in Maps of the Ancient Sea Kings 1966 ähnliche Fragen zu diversen Karten. Dabei arbeitete er mit modernen Geographen zusammen. Das Buch erschien 2002 bei Zweitausendeins als “Die Weltkarten der alten Seefahrer” in deutscher Übersetzung und wurde in der WELT vorgestellt. Wegen der Rezension schaffte ich es mir an.
Für mich ist klar, daß wir untersuchen müssen, ob antikes Wissen in die Karten des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit einflossen. Neben Griechen, Phöniziern und Römern fuhren sicher auch andere Völker auf den Weltmeeren. Die Römer trieben Handel mit Indien. Die indigenen Völker Lateinamerikas berichten von bärtigen Kulturbringern. In Mexiko stehen Skulpuren mit negriden Gesichtszügen.
Wenn ich mich recht entsinne, sollen am Amazonas ein blasser, rothaariger Stamm hausen, die Cachapoya, deren Ahnen wohl Kelten gewesen sein sollen. Jeder weiß, daß Kelten in der gesamten Antike für alle möglichen Völker als Söldner dienten, darunter auch die seefahrenden Phönizier.
Die Kanaren waren in der Antike auch schon bekannt. Unter Berücksichtigung der Meeresströmungen dürfen wir wohl annehmen, daß es auch mal Schiffe nach Westindien verschlug. Nachgewiesenes Kokain in ägyptischen Mumien kann als Indiz für einen transatlantischen Handel gedeutet werden.
Eine weitere mögliche Erklärung für Seekarten über den europäischen Tellerrand hinaus bieten die Fahrten der Chinesen. Jedoch sind die Thesen von Gavin Menzies nicht unproblematisch und zum Teil schon widerlegt.
Die Fahrten der Portugiesen, aber auch europäischer Fischer bieten allerdings die naheliegende Erklärung für das Wissen um den Kontinent im Westen. Warum sollten die Portugiesen nicht versucht haben, im Bereich Mittelamerikas eine Durchfahrt zu suchen. Kolumbus holte sich einen Teil seines Wissens auch von den Portugiesen. Die Portugiesen waren an der Expedition Didrik Pinings und Hans Pothorst unter Christian I. nach Grönland und Vinland beteiligt.
Und natürlich gefiel es den portugiesischen Seefahrern nicht, wenn ihr Wissen an fremde Mächte geriete. Man denke nur an die aufkommende Konkurrenz des 16. Jahrhunderts!
Ostrom war bis auf die Eroberung während des Vierten Kreuzzuges kontinuierlicher Transporteur antiken Wissens. Es tauchen im Hoch- und Spätmittelalter plötzlich wieder Errungenschaften der Antike auf, darunter Armbrüste oder Windmühlen. Das kam nicht von den Mohammedanern, sondern von den “Griechen” zurück nach Europa.
Europäische Händler waren überall in Eurasien aktiv. Am bekanntesten ist Marco Polos Ausflug nach China. Genua entsandte Galeerenexpeditionen, dokumentiert ist jene der Gebrüder Vivaldi.
Die indigenen Kulturen Lateinamerikas trieben Nachweisleich Küstenhandel von Peru bis Mexiko. Wieso sollte nicht geographisches Wissen über Indios an Europäer gelangt sein? Schließlich traten die Europäer nicht nur als Eroberer auf, sondern sie fanden auch Verbündete. Ein Inka soll sogar auf dem Floß bis Polynesien gefahren sein.
Wir nehmen immer leichtfertig an, Geschichte und vor allem die technische und wissenschaftliche Entwicklung sei ein fortlaufender Prozeß. Aber es gab immer wieder Einbrüche in der Menschheitsentwicklung. Sei es durch Naturkatastrophen, sei es durch Kriege oder Völkerwanderungen. Die Völkerwanderung der Spätantike und die arabische Expansion haben viel Wissen zunichte gemacht. Manches Wissen überlebte in Nischen.
Buchtips:
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10-Jähriges Jubiläum der “Fahrradnovelle” der StVO
20.11.2008 by admin.
An folgender PM hatte auch ich ein wenig im Forum der Initiative Cycleride mitgefeilt.
PM der IC zum 10-jährigen Jubiläum (PDF)
Geschrieben in Politik, Verkehrspolitik, Bundespolitik, Kommunalpolitik RD, Landespolitik | Drucken | Keine Kommentare »