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Globalisierung als Phänomen der Moderne?

Dieser Eintrag stammt von admin Am 5.7.2008 @ 14:35 In Unterhaltung | Keine Kommentare

“Globalisierung” ist ein politischer Kampfbegriff, der unterstellt, es gäbe einen derartigen Vorgang derzeit. Das ist aber falsch. Globale Betrachtungsweisen finden wir schon in der Antike oder gar vorher. Einzig die kommunikationswege sind kürzer geworden.
Wichtige Beispieel der globalen Sicht waren die Expeditionen nach China im Hoch- und Spätmittelalter oder die Suche nach dem “Priesterkönig Johannes” im Rücken der Muselmanen.
Der Versuch, die Araber als Zwischenhändler für Gewürze auszuschalten, belegt die globale Sicht der mittelalterlichen Menschen, die es dann in der Frühneuzeit dank des portugiesischen Wagemutes auch schafften, die Gewürzinseln zu erreichen. Bei Reinhard lesen wir, daß die Römer vom Roten Meer aus direkten Kontaklt nach Indien unterhielten, wo sie Faktoreien aufbauten.
Einziger gewichtiger Unterschied ist, daß vormals versucht wurde, exotische Produkte aus anderen Weltregionen zu besorgen, um sie auf den Märkten der Heimat gewinnbringend zu veräußern. Gewinnbringend waren diese Produkte, da sie Luxus darstellten, aber es dennoch eine hohe Nachfrage gab. Das Risiko solch einer Handelsreise war hoch, dennoch zahlte es sich für den Händler, der es geschafft hatte, aus. Die nötigen Investionen waren hoch, es wurde ein Schiff und eine Mannschaft benötigt. Erfahrene Seeleute werden sich sicherlich nicht unter Wert verkauft haben, aber Erfahrung war für den Erfolg einer Handelsexpedition wichtig. Wochen und Monate bangen Wartens in der Heimat zahlten sich aus, wenn das Schiff vollbeladen mit Gütern exotischer Länder zurückkam. Ganze Flotten liefen aus, manchmal für Kompanien als Zusammenschluß von Händlern und gerade für Kompanien im Merkantilismus.
Die Seewege wurden immer kürzer, weil die Schiffe schneller wurden. Die Kommunikation verbesserte sich. Erst wurden Postbootlinien eingerichtet, dann Überseekabel für Telegraphen verlegt, es folgten Telephonleitungen. Heute können wir blitzschnell per Internet Daten aus Hong Kong abrufen. Über Satelliten können Schiffe ihre Position bestimmen, während die Seekarten immer genauer werden.
Einzig geändert hat sich, daß wir nicht mehr nur exotische Produkte in der Ferne erwerben, sondern auch günstiger produzierte konkurrenzprodukte zu den Güter der heimischen Produktion. Die Unterschiede in den Lebensverhältnissen und damit verbunden die Arbeitskosten sind relevant, auch die Geschwindigkeiten und Kommunikationswege haben sich geändert. Aber einen globalen Markt gab es schon immer. Einen Prozeß “Globalisierung” gibt es in dieser Hinsicht nicht, einzig abendländische Kultur und Werte werden globalisiert, weil sie sich dank des Handels und der verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten verbreiten.


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