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Archive für Juli 2008
Radfahren in Rendsburg VII - Konrad-Adenauer-Straße, Nötigung etc.
6.7.2008 by admin.
Freitag wurde die Konrad-Adenauer-Straße offiziell eingeweiht. Am Abend nutzte ich diese Straße für den Weg zum Kreishafen und zum Besuch eines guten Freundes in der Schleife. Auf dem Hinweg sah ich, daß am Gehweg “Rad frei” als Zusatzzeichen prangt. Das ist eine Lösung, die rechtlich Radfahrer nicht einschränkt, sondern ihnen erlaubt mit Schrittgeschwindigkeit den Gehweg zu nutzen, wenn sie die Fahrbahn meiden wollen.
Als ich zurückfuhr, sah ich, daß in der Gegenrichtung hinter dem Kreisverkehr ein Zeichen 240 StVO steht. Damit ordnet die Stadt doch glattwegs eineBenutzungspflicht für einen gemischten Geh- und Radweg an. Eine solche Anordnung ist nicht nur rechtswidrig, sondern auch gegenüber Fußgängern völlig unverantwortlich.
Die Verwaltungsvorschrift zu § 2 (4) StVO läßt einen gemischten Geh- und Radweg ohnehin nur ausnahmsweise zu. Er bildet also die Ausnahme von der Ausnahme Radwegebenutzungspfllicht. Die Voraussetzungen für eine Radwegebenutzungspfllicht sind ohnehin nicht gegeben. Gegenüber der Verwaltung gilt nun, daß sie nach § 45 (9) den fließenden Verkehr unnötig einschränkt. Alle Radfahrer sind aufgerufen gegen die Anordnung der Radwegebenutzungspfllicht an dieser Stelle Widerspruch einzulegen! Es kann nicht angehen, daß die Stadt Rendsburg dort eine Radwegebenutzungspfllicht anordnet, nachdem sie das Zeichen 240 an der Obereider einsichtig nach Protesten entfernt hatte.
Z. 240 an der Konrad-Adenauer-Straße
An dieser Stelle sei angemerkt, daß das hier zitierte Recht schon seit 1998 gilt!
Am Freitag wurde ich von einem Bus des Stadtverkehrs gefährdet. Anscheinend wollte mich der Fahrer belehren. Da das nicht das erste Mal war,schrieb ich heute T.H. Sievers Stadtverkehr Rendsburg an.
Schreiben an T.H. Sievers Stadtverkehr
Ein weiteres Ärgernis stellt der “Sommer-Jahrmarkt” an der Obereider dar. Viele Büdelsdorfer und Rendsburger aus dem Stadtnorden, die mit dem Rad in Richtung Schleife oder Bahnhof müssen, wurden An der Obereider von einer Barke belästigt, die das Zeichen 250 “Verbot für Fahrzeuge aller Art” trug. Da am Kai auch Aussteller stehen, kommen Büdelsdorfer nicht mehr problemlos zum Bahnhof. Wer nicht durch die Menge schieben mag, muß einen Umweg um die Innenstadt herum in kauf nehmen.
Da die Radverkehrspolitik der Stadt Rendsburg anscheinend eher schlechter und ungesetzlicher als besser wird, werde ich mich dem Vorschlag eines Büdelsdorfers anschließen, einen losen Arbeitskreis Radverkehr für die Region zu gründen.
Update: Das Z. 240 in der Konrad-Adenauer-Straße wurde versehentlich aufgestellt und wurde zügig entfernt. Nichtsdestotrotz fahren die Radfahrer im Regelfall auf den Gehwegen. Ihnen ist wohl nicht bewußt, welches Haftungsrisiko sie auf einem für Radfahrer freigegebenen Gehweg auf sich nehmen. Der städtischen Verwaltung sollten wir jedoch für die zügige Entfernung des Verkehrszeichens danken. Es war wohl noch nicht einmal ein Widerspruch nötig. Andere Verwaltungen stellen sich taub und lassen sich auch durch einen offizillen Widerspruch beindrucken, sie bereinigen ihren Fehler erst nach einem Verwaltungsgerichtsurteil.
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Globalisierung als Phänomen der Moderne?
5.7.2008 by admin.
“Globalisierung” ist ein politischer Kampfbegriff, der unterstellt, es gäbe einen derartigen Vorgang derzeit. Das ist aber falsch. Globale Betrachtungsweisen finden wir schon in der Antike oder gar vorher. Einzig die kommunikationswege sind kürzer geworden.
Wichtige Beispieel der globalen Sicht waren die Expeditionen nach China im Hoch- und Spätmittelalter oder die Suche nach dem “Priesterkönig Johannes” im Rücken der Muselmanen.
Der Versuch, die Araber als Zwischenhändler für Gewürze auszuschalten, belegt die globale Sicht der mittelalterlichen Menschen, die es dann in der Frühneuzeit dank des portugiesischen Wagemutes auch schafften, die Gewürzinseln zu erreichen. Bei Reinhard lesen wir, daß die Römer vom Roten Meer aus direkten Kontaklt nach Indien unterhielten, wo sie Faktoreien aufbauten.
Einziger gewichtiger Unterschied ist, daß vormals versucht wurde, exotische Produkte aus anderen Weltregionen zu besorgen, um sie auf den Märkten der Heimat gewinnbringend zu veräußern. Gewinnbringend waren diese Produkte, da sie Luxus darstellten, aber es dennoch eine hohe Nachfrage gab. Das Risiko solch einer Handelsreise war hoch, dennoch zahlte es sich für den Händler, der es geschafft hatte, aus. Die nötigen Investionen waren hoch, es wurde ein Schiff und eine Mannschaft benötigt. Erfahrene Seeleute werden sich sicherlich nicht unter Wert verkauft haben, aber Erfahrung war für den Erfolg einer Handelsexpedition wichtig. Wochen und Monate bangen Wartens in der Heimat zahlten sich aus, wenn das Schiff vollbeladen mit Gütern exotischer Länder zurückkam. Ganze Flotten liefen aus, manchmal für Kompanien als Zusammenschluß von Händlern und gerade für Kompanien im Merkantilismus.
Die Seewege wurden immer kürzer, weil die Schiffe schneller wurden. Die Kommunikation verbesserte sich. Erst wurden Postbootlinien eingerichtet, dann Überseekabel für Telegraphen verlegt, es folgten Telephonleitungen. Heute können wir blitzschnell per Internet Daten aus Hong Kong abrufen. Über Satelliten können Schiffe ihre Position bestimmen, während die Seekarten immer genauer werden.
Einzig geändert hat sich, daß wir nicht mehr nur exotische Produkte in der Ferne erwerben, sondern auch günstiger produzierte konkurrenzprodukte zu den Güter der heimischen Produktion. Die Unterschiede in den Lebensverhältnissen und damit verbunden die Arbeitskosten sind relevant, auch die Geschwindigkeiten und Kommunikationswege haben sich geändert. Aber einen globalen Markt gab es schon immer. Einen Prozeß “Globalisierung” gibt es in dieser Hinsicht nicht, einzig abendländische Kultur und Werte werden globalisiert, weil sie sich dank des Handels und der verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten verbreiten.
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