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[SHMF 2010] K 9 “In elysischen Gefilden”: Ein Verriß

Wie jedes Jahr hatte ich mir Karten für alle Rendsburger Konzerte des Schleswig-Holstein-Musikfestivals bestellt, es werden auch immer mehr Freunde und Bekannte, die sich der Bestellung anschließen. Für das heutige Konzert hatte ich zwei Karten bestellt. Die Begleitung war leider kurzfristig abgesprungen, so daß ich mir ein - so wie ich das vor der MuK in Lübeck und auch andernorts gesehen hatte - einen Zettel aus und stellte mich vor die Christkirche. Die zweite Karte wurde ich zum Glück noch an eine junge Mutter los, die hoffentlich das Konzert noch genossen hat, das Konzert von Poulenc schien ihr nicht behagt zu haben. Nach der Pause scheint sie einen besseren Platz gefunden zu haben. Es gab nämlich viele Lücken.

Als Kulturfaschist hatte ich natürlich Halsbonbons aus Schweizer Produktion dabei, um sie Konzertbehustern an den Kopf zu werfen. Zu meiner positiven Überraschung sah ich in der Pause, daß eben diese Bonbons auch in Schüsseln zum Hineingreifen bereitstanden. Wollten andere Kulturfaschisten sich gut darauf einstellen, daß wie in den letzten Jahren viele Konzertbehuster und Falschapplaudierer mit finalen Rettungswürfen hingestreckt werden müßten.

Das erste Werk des Abends war Pulencs Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken. Es wurde sehr ordentlich musiziert; die Orgel klang gut. Es hat wohl die Orgel der Cjristkirche geklungen, denn der Organist kam zum Applaus aus jener Richtung.
Zum Glück kenne ich das Werk von CD, und Poulenc komponierte recht konservativ. Moderne Musik ist ansonsten bekanntlich nicht meine Welt. Ich empfinde dieses Konzert sogar als sehr schön.

Vor der Pause folgte noch Vivaldis Gloria D-Dur RV589. Das war für mich neue Musik; schließlich erarbeite ich mir das Barock erst seit ein paar Jahren. Die Chorleistung war überragend, ebenso musizierte das Orchester sehr ordentlich. Die Wahl der Tempi erschien mir schlüssig, ebenso der dynamische Umfang.

Der Höhepunkt des Abends sollte Faurés süßliches Requiem werden. Die Chorleistung war überragend. Auch das Orchester hielt seine gute Klasse. Der Solist zeigte, was er kann, die Solistin schwächelte nur beim gallikanischen Kirchenlatein. Leider wurde auf eine elektronische Orgel gewechselt, die meines Erachtens auch Mißtöne produzierte. Das Tempo war im Vergleich mit den Aufnahmen von Dutoit und Gardiner, der übrigens am 11. August in die Christkirche kommt, recht hoch, als wenn nach Ende des Konzertes ein Skatabend anstünde. In paradisum war kaum noch wiederzuerkennen. Das Orgelspiel war äußerst schnell und entstellte einen der schönsten Abschnitte sehr.

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Schon wieder ein Vorfall mit einem geistig Unterbemittelten

Der asoziale Autist mit Beifahrerin weit außerhalb der besten Jahren fuhr einen silbernen Toyota mit dem amtl. Kz. RD-DM 49 oder 59. Auf der Eisenbahn-/Denkerstraße versuchte der Gefährder, einen Radfahrer von der Spur zu drängen. Das ist versuchter Totschlag. Es ist bezeichnend, daß der gefährliche Überholvorgang dieses vermutlich nicht alphabetisierten geistig Behinderten völlig unnötig war, denn bis er beim Thormannplatz abbog, blieb der regelbewußte Radfahrer wegen der Ampeln hinter ihm.

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Die Parther

In den Schulen wird noch gelehrt, daß der Verfall Roms mit dem Sieg über den Rivalen Karthago begonnen hätte. Jedoch wird dabei ein großer Rivale im Osten ausgeblendet. Mußten die Griechen sich noch mit den Persern arrangieren oder herumärgern, hatte das antike Rom erst die hellenistischen Reiche wechselnd als Partner oder Gegenspieler, entstanden auf dem Territorium des riesigen Seleukidenreiches neue Reiche. Darunter war das Graeco-Bactrische Reich, welches grob im heutigen Afghanistan anzusiedeln war, aber auch das Partherreich, dessen Kernland grob im Norden des heutigen Irans lag.
Die Parther waren als Parner vermutlich skythische Nomaden aus dem Raum östlich des Kaspischen Meeres. Sie wanderten in die seleukidische Provinz Parthia ein und bauten langsam ein neues Reich auf, welches von Mesopotamien bis Indien reichte. Dabei übernahmen sie hellenistische Elemente wie das Diadem des Königs und alte persische Elemente wie den Thiara-artigen Filzhut. Die Verwaltung hatten schon Alexander Megalos und der Diadoch Seleukos Nikator von den Persern übernommen, welche Alexander geschlagen hatte. Es wurden die Satrapien als Provinzen übernommen. Die Parther übernahmen Provinzen und Vasallenkönigtümer. Die militärische Stärke machte die Reiterei aus.

Die Römer versuchten immer wieder ihre Grenze nach Osten zu verschieben. Am bekanntesten sind die Feldzüge in der späten Republik Marcus Antonius und später Trajans. Die römische Grenze war nach Osten gut gesichert. Etwa im heutigen Jordanien gibt es Überreste von vielen Kastellen.

Hauptsächlich bestimmen Münzen und ein paar Inschriften die Quellenlage. Hauptsächlich wird das Wissen über die Parther aber aus römischen Quellen gezogen.
Die Forschung beschäftigt sich seit einiger Zeit verstärkt mit dem Raum Persien und den dortigen Reichen. Da die Altorientalisten Persien, Parther und Sassaniden ausblenden, diese aber für das Verständnis griechischer und römischer Geschichte wichtig sind, nehmen sich die Althistoriker dieser Hochkulturen an.
Der Raum, welchen die Parther beherrschten, war die Schnittstelle zwischen dem antiken Mittelmeerraum und Indien oder gar China. Teile der Seidenstraße verliefen durch das Reich.

Das Partherreich verfiel wie das Seleukudenreich, weil Vasallenkönige und Satrapen sich selbständig machten. Begünstigt wurde das durch Thronstreitigkeiten und Bürgerkriege in den beiden ersten nachchristlichen Jahrhunderten. Dem Partherreich folgte das Sassanidenreich, welches ein Gegenspieler des spätantiken Roms blieb. Das Sassanidenreich wurde im 7. Jahrhundert von mohammedanischen Horden überrannt.

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Mittagszeit - Frau am Steuer?

Ich kam heute mal ein Stündchen früher aus Kiel zurück, mit dem Zug 12:01 ab Kiel. Um diese Zeit scheinen ganz andere Autisten unterwegs zu sein. Daß viele Frauen aufgrund ihrer Sozialisation Schwierigkeiten mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen haben, war mir bekannt. Auf der Denkerstraße wurde ich von einem Kleinwagen fast abgedrängt. In der Gerhardstraße hupte ein Autist und überholte mit deutlich zu geringem Abstand. Beim Einbiegen in die Eckerförder Straße wurde ich ca. 12:45 von einer ca. 50-jährigen Frau im dunklen Mercedes Kombi mit dem amtlichen Kennzeichen RD-KX 591 im Abbiegevorgang sehr eng überholt. Die Autistin blieb eng neben mir stehen, weil dieses zum Führen eines Kraftfahrzeuges offensichtlich ungeeignete Subjekt nach Links auf den Parkplatz des Penny-Marktes wollte. Zum Glück halte ich mich an die Empfehlungen des BMVBS und des ADFC und halte einen Meter Sicherheitsabstand zum Fahrbahnrand, so daß ich Sicherheitsraum habe. Ich möchte nicht wissen, wieviele andere Wagen diese Autistin beim Einparken anditscht.

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Wahre Freunde und Helfer

Gestern war ich nach einer Erkundungstour zwischen Schülldorf und Rade ziemlich KO. Aus der Konrad-Adenauer-Straße kommend - deren Induktionsschleife noch immer Radfahrer diskriminiert - bog ich links ab und fuhr entgegen meinen Gewohnheiten auf den Radweg. Nach der Kurve stand da plötzlich ein Bus der Polizei quer, die sich anscheinend mit einem MoFa-Fahrer beschäftigten. Mir entfleuchte selbstironisch, daß, wo ich mal einen Radweg benutzte, dieser unbenutzbar gemacht würde. Lautes Denken ist bewußtes Denken. Es kam zu meiner Überraschung ein “Wir dürfen das” von den Polizisten. “Nein, das kostet 30 €*”, erwiderte ich sarkastisch, nachdem ich auf die Fahrbahn gewechselt war. Aus der Ferne hatte ich noch spontan zwei Photos** gemacht, als ich die Auffahrt zum Eiland erreicht hatte.

Bei diesen Polizisten muß ich mich bedanken, sie hatten verhindert, daß ich mich auf dem Radweg unnötig gefährde, auf den ich in einer schwachsinnigen Minute gewechselt war. Gerne dürfen sie jeder Zeit Radwege unbenutzbar machen. Nur sagt leider das Gesetz etwas Anderes, sie dürfen den exklusiv den Fahrradfahrern gewidmeten Sonderweg nur im Einsatz befahren und beparken. Und “Einsatz” ist ziemlich eng definiert.

* Bei den 30 € täuschte ich mich.  Das Beparken des Radweges kostet nur 15 €, mit Behinderung 25 €.

** Die Photos stelle ich natürlich noch hier herein.

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Wieso “pöbeln” Radfahrer?

Seit einiger Zeit grüble ich, wieso ein ruhiger, fast phlegmatischer Typ wie ich auf dem Rad zur aggressiven Wildsau werden kann. Das häufigste Wort, daß mir gegenüber den Gefährdern entfleucht, ist “Proletenschwein”, dicht gefolgt von “Nazi”. Die Titulierung als Prolet folgt wohl aus der Kenntnis, daß fast nur Bildungsverweigerer auf Automobilität im innerörtlichen Bereich setzen, und daß Automobilität ein Armutsmodell ist, wie der Geograph Mohnheim feststellt.
Was treibt aber Mountainbiker dazu, einer Ärztin den Stinkefinger zu zeigen? Oder einen Alltagsradler wie mich, dem Gegenüber zu sagen, was er ist? Andere Radler klopfen auf das Autodach oder spucken es an. Liegt es am Fahrrad an sich? Nein, Ursache ist erst einmal das Fehlverhalten oder Regelunkenntnis des anderen Verkehrsteilnehmers, der zu eng überholt oder z.B.in einer freigegebenen Einbahnstraße pöbelt. Dem Hupen und Pöbeln der Automobilisten sind insbesondere Fahrradfahrer auf der Fahrbahn ausgesetzt. Es sind aber genau die Regelkundigen, die auf der Fahrbahn radeln oder die freigegebene Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung nutzen. Im Regelfall haben sie im Gegensatz zum Autisten gegenüber ihre Führerscheinprüfung im ersten Anlauf bestanden, nicht wenige haben einen akademischen Grad.
Nun gefährdet den Radfahrer zum x-ten Mal ein Regelunkundiger an einem Tag.Im Gegensatz zum faulen Dosisten hat der Radfahrer sein Fahrrad selbst angetrieben. Er hat sich sportlich betätigt und sein Hormonhaushalt sieht anders aus. Dazu kommt dieAngst während der Gefährdung: Da ist eine unverantwortliche Person mit ihrer Waffe - Kfz töten mehrere Hundert Menschen pro Jahr, mehr als durch Schußwaffen getötet werden! - und bedroht den Radfahrer, der ohne schützende Blechhülle unterwegs ist. Da ist das Brüllen nur instinktive Notwehr, genau wie das Klopfen oder notfalls Treten gegen das Armutsmodell. Die nach StVZO vorgeschriebene “helltönende Glocke” nimmt der Autist in seiner Blechbüchse nämlich nicht wahr.

Was bleibt dem Radfahrer, bevor er dem aussteigenden Autisten tatsächlich mal die Fresse poliert oder in das Auto schießt? Soll er Stinkbomben werfen, um seine Aggression abzubauen?  Es bleibt nur das Training der eigenen Beherrschung, um auch gegenüber Asozialen cool zu bleiben. Der Radfahrer muß sich verkehrspolitisch engagieren und für Aufklärung sorgen. Dann nimmt die Zahl der Gefährder und Pöbler ab, damit auch die Ursache für die Aggressionen.

Der Autor dieser Zeilen beschränkt sich auf das Brüllen von Wahrheiten. Nur zwei Mal traf er mit der Linken die Flanke zu eng überholender Automobile. Einmal bekam ein Golf einen Tritt ab, weil der Autor abgedrängt wurde und vom Pedal abrutschte; so nah stand der dunkle Golf eines Schleswigers, der nur ausstieg, um sein Blech auf Schäden zu prüfen.

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Eine kleine Radtour

Am Abend wollte ich wieder Sauerstoff tanken und etwas Bewegung haben, also fuhr ich erst einkaufen, dann machte ich eine kleine Runde. Die meisten gewählten Wege waren sehr ruhig, schließlich wollte ich Sauerstoff und nicht den Feinstaub der Dosen einatmen. Aus dem Langenbrooker Weg kommend in Ahrenstedt ankommend steht dort kein häßliches blaues Schildchen wie Z. 240 StVO an der B 77, weil der Gehweg baulich unzumutbar ist. Er ist schlichtweg zu schmal, um dort eine Radwegebenutzungspflicht mit Z. 240 StVO anzuordnen. Dafür müßte der Sonderweg mindestens 2 m breit sein.

RWBP

Also fuhr ich getreu § 2 StVO auf der Fahrbahn, was ich offen gesagt ungern auf Bundesstraßen mache. Aber es handelt sich weder um eine Kraftfahrstraße noch um eine Autobahn, auch verbietet kein diskriminierendes Zeichen 254 StVO “Verbot für Fahrradfahrer” dieses Vorgehen. Obwohl da wenig Verkehr war, hupten die Autisten und ich sah Arme, die in Richtung des Gehweges wiesen. Nun ist Hupen außerorts zum Ankündigen eines Überholvorganges erlaubt, aber die Gestik weist auf Regelunkenntnis und “Erziehungswillen” der Autisten hin.  Der erforderliche Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 m war auch nicht immer gegeben, obwohl die Gegenspur frei war.

Am Kreisverkehr, wo es unter anderem zur Büsumer Straße abgeht, versuchen Wegweiser den Radverkehr links um den Kreisverkehrsplatz herumzuführen. Das ist gefährlich und deshalb schlichtweg verboten. Der Radweg ist ohnehin unzumutba, da der Radverkehr wieder über die Fahrbahn gelotst wird und auf der Seite von real auf einem katastrophalen, Felgen tötenden Sonderweg geführt zu werden. Verantwortlich für dieses Desaster dürfte die Kreisverwaltung sein.

In der Schleswiger Chaussee dann überholte mich auf Höhe von Mister Bratwurst ein dunkler VW Kombi mit dem amtl. Kennzeichen RD-TT 128 äußerst eng, verbal tat ich meinem Unmut  kund. Der Störer fuhr bis in die Flensburger Straße recht langsam weiter, so daß er mich de facto auf 28 km/h drosselte. Mir fiel es schwer, den Sicherheitsabstand zu halten, aber es waren immer ein paar Meter zwischen uns. Wegen der vielen durchgezogenen Linien traute ich mich nicht, ihn zu überholen. Aber es gefiel mir, daß dieser offensichtlich mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges Überforderte die Konsequenz zog und sein Tempo so anpaßte, daß er sein Fahrzeug ein wenig besser beherrschen konnte.Daher verzichte ich darauf, die Videoaufzeichnung an die Straßenverkehrsbehörde weiterzureichen, so daß das Überholen mit zu geringem Sicherheitsabstand nicht geahndet wird.

Die Alfine-Schaltung ist einfach genial. Ich möchte  sie nicht mehr eintauschen. Das neue Hinterrad hält auch tapfer durch, obwohl ich Probleme wegen der Zahl der Speichen befürchtete. Statt 36 verstärkten Speichen, habe ich nun 32 DT Swiss Champion-Speichen.

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Bürgermeisterkandidat für Rendsburg

Eigentlich hatte ich mich damit abgefunden, daß Andreas Breitner weiterhin Rendsburger Bürgermeister bleibt. Er ist ganz nett, bürgernah und für konstruktive Kritik empfänglich. Vor ein paar Wochen machte ich mir ein paar Gedanken zu der Amtsführung des Amtsinhabers. Für mich persönlich wichtige Themen wie die Erhaltung des Theaterstandortes Rendsburg auch als Opernaufführungsort kann sicher ein medial präsenter Andreas Breitner besser vertreten, auch wenn er ein Sozi ist.

Am Donnerstag vorletzter Woche kam der Anruf von Klaus Schädel, der in Ahrensburg fast 13% und in Bad Oldesloe mangels ausgiebigen Wahlkampfs 1,8% geholt hatte. Für die Wahl in Bad Oldesloe hatte ihn der Vorstand des Landesverbandes Schleswig-Holstein der Deutschen Zentrumspartei unterstützt. Klaus Schädel eröffnete mir, daß er sich am Vormittag die Formulare für die Unterstützungsunterschriften im Rendsburger Rathaus bestellt hätte. Da ich aus Telephonaten wußte, daß Klaus Schädel und ich politisch sehr ähnlich ticken, bin ich natürlich erfreut. Der erfolgreiche Unternehmer ist das Beste, was Rendsburg in seiner angespannten Finanzlage passieren kann.

Ich schrieb per Email Herrn Wilken (Modernes Rendsburg) an, schon um darauf hinzuweisen, daß das ZENTRUM hier schafft, was die orange “C”DU nicht auf  die Reihe bekommt. Außerdem hatte ich mir Unterstützung durch die Ratsfraktion erhofft. Immerhin suchten die Liberalen verzweifelt einen Kandidaten, nachdem Herr Brumm durchgefallen war. Die politische Mitte muß schließlich zusammenhalten. Zwar steht eine Reaktion seitens Herrn Wilkens aus, aber Folgetag meldete sich ein nicht unbedeutender Journalist bei Klaus Schädel.

Was wir nun noch brauchen, sie die letzten der 155 Unterstützungsunterschriften, die bis Mitte Juli gesammelt werden müssen und Geld. Das ZENTRUM hat leider keine Ratsfraktion in Rendsburg, auch wenn 2008 die Chance bestand, zumindest mich in den Rat zu wählen. Daher muß Klaus Schädel als parteiloser Einzelbewerber antreten. Spenden für den Wahlkampf können zweckgebunden an den Landesverband Schleswig-Holstein der Deutschen Zentrumspartei gerichtet werden. Spenden an das ZENTRUM sind nach § 34g EStG steuerlich absetzbar. Bitte tragen Sie im Verwendungszweck “Bürgermeisterwahl Rendsburg” oder “Wahlkampf Klaus Schädel in Rendsburg” im Verwendungszweck ein. Wir wollen Flyer drucken, Anzeigen schalten und eine Informationsveranstaltung durchführen.

Wer Rendsburger ist und eine Unterstützungsunterschrift leisten möchte, möge sich bitte an Klaus Schädel oder mich wenden!

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Armutsmodell und Bildungsverweigerer

Das Proletariat in seinem Armutsmodell nervt in der letzten Zeit erheblich. Am Freitag stieg ein Neonazi sogar aus seinem Armutsmodell aus, um mich auf den vermeintlichen Radweg hinzuweisen. Es war das schmale  Stummelstück an der Gerhardstraße, dessen Benutzung jeder bundesdeutsche Richter als unzumutbar erachten würde. Natürlich habe ich in meiner Wut dem proletarisch-totalitären Subjekt mitgeteilt, daß seinesgleichen im Ständestaat an der Wand enden werde. - Ich muß zugeben, daß mir die Idee des christlich-sozialen Ständestaates immer besser gefällt, je mehr ich mich - nicht nur im Straßenverkehr - mit Bildungsverweigerern auseinandersetzen muß. Wenn ich inzwischen von geistig Behinderten spreche, dann meine ich mit Sicherheit nicht die armen kranken Menschen, welche Gott mit Einfalt versah, sondern die Bildungsverweigerer, die meinen, nach dem Hauptschulabschluß genüge es mit dem Lernen. Daß Lernen ein lebenslanger Prozeß ist, wird von diesen Subjekten negiert.

Neulich rief ein kulturbereichernder Bildungsverweiger als Beifahrer des mehrmals schon auffällig gewordenen weißen Golf mit schwul-kitschigen Verzierungen  in der Büsumer Straße sogar mehrmals “Sieg heil!”, nachdem ich sie belehrt hatte, daß sie verkehrspolitisch nationalsozialistische Positionen verträten.  Sie hatten mich von der Friedrichstädter Straße an hupend - Ordnungswidrigkeit nach § 16 StVO - verfolgt und in der Kurve beim Einbiegen in die Büsumer Straße bedrängt. Als ich den Arm zum Linksabbiegen in den Weg auf der alten Bahnstrecke nach Hohn ausgestreckt hatte, setzten sie zum Überholen an, um mein Abbiegen zu verhindern. Ich versuchte den offensichtlich geistig behinderten Beifahrer über die Rechtslage und die Rechtsprechung zu informieren, daß Radwege gefährlich seien, als er sagte, da sei ein Radweg. Als ich genervt auf die historischen Hintergründe einging, fing er an, den rechten Arm hinauszustrecken und mehrmals diesen NS-Gruß zu brüllen.

Ein Altnazi (RD-BX …), zumindest schien er graue Haare zu haben, bremste mich nach dem Spiel gegen Ghana aus. Er blieb auf dem Bahnübergang in der Eckernförder Straße stehen, nachdem er mich trotz durchgezogener Linie überholt hatte. Ich grüble noch, ob ein Halten auf einem Bahnübergang überhaupt zulässig ist.

Mehrmals negativ aufgefallen ist in den letzten Wochen blauer VW Passat mit Ansbacher Kennzeichen. Allerdings blieb es beim Überholen mit zu geringem Abstand oder Pöbeleien.

Wir haben nicht nur ein Problem mit gewalttätigen roten Sozialisten, sondern auch mit neuem Erstarken der braunen sozialistischen Ideen im Straßenverkehr. Wehret den Anfängen! Wider das Proletariat einfach zurückuzupöbeln hilft auf Dauer nicht. Es muß dringend ein Zeichen gesetzt werden. Nach Überlegungen, eine Kartoffelkanone am Rad zu montieren oder Stinkbomben in die geöffneten Fenster zu werfen, entschied ich mich für die Aufklärungsarbeit. Dafür habe ich eine Visitenkarte entworfen. Es bestehen allerdings große Zweifel, daß diese lästigen Störer überhaupt des Lesens kundig sind.

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Steuerbegünstigung bei Unterstützung Volljähriger

Damit es sich mal herumspricht, möchte ich an dieser Stelle auf den § 33a EStG hinweisen. Wenn ein volljähriges Kind keine Leistungen wie Kindergeld, Bafög oder ähnliches erhält, aber selbst nur ein geringes Einkommen erwirtschaftet, das unter 8004 € liegt, kann die Unterstützung für dieses Kind steuerlich abgesetzt werden. Dafür gibt es sogar ein eigenes Formular “Anlage Unterhalt”.

Mangels “Negativer Lohnsteuer” ist diese Regelung natürlich gegenüber allen Eltern ungerecht, die kaum oder keine Steuern zahlen, aber ihr Kind trotzdem im Bildungssystem voranbrachten. Da es z.B. für Studenten keine Leistungen nach SGBIV geben soll, ist ein solches Kind auf einen Job neben dem Studium angewiesen. Aber dazu muß es ein Kind erst einmal auf das Gymnasium schaffen, obwohl es um die Chancengerechtigkeit an deutschen Schulen nicht gutbestellt ist.

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Unsportlichkeit

Der HSV wird wohl ein paar Spieltage auf Guerrero verzichten müssen.

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Kfz-Kennzeichen dürfen veröffentlicht werden

 Für den Pranger ist es nicht uninteressant, daß Amtl. Kennzeichen veröffentlicht werden dürfen.

Landgericht Kassel
Beschluss v. 10.05.2007 - Az.: 1 T 75/07 - Veröffentlichung von KfZ-Kennzeichen im Internet

1. Die Veröffentlichung eines KfZ-Kennzeichens auf einer Webseite verletzt den betreffenden Fahrzeuginhaber nicht in seinem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht. Dies wäre nur bei Vorliegen weiterer Umstände der Fall , z.B. wenn die Informationen mit einem Aufruf veröffentlicht würden, den PKW zu beschädigen.

2. Es liegt auch keine Datenschutzverletzung vor, da keine automatisierte Verarbeitung iSd. § 1. Abs.2 Nr.3 BDSG gegeben ist.

Ein passendes Zitat zum unbeauftragten “Erziehen” fand ich auch noch.

Kurz gesagt: es ist teilweise lebensgefährlich auf der Strasse zu
fahren, weil es tatsächlich Menschen gibt, die glauben es sei eine
gute Idee, Radfahrern zu zeigen, warum Radwege lebenswichtig sind.
(Richard Blume in d.r.f.)

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An Ampel eng überholt und ausgebremst

An der Lichtzeichenanlage in der Eckernförderstraße aus Richtung Hollesenstraße kommend sprang gerade die Ampel auf Rot, als ein metallic-grüner Kleinwagen mit dem amtlichen Kennzeichen RD-EN 940 mich eng überholte und direkt vor mich setzte. Offensichtlich war dem Resthirn des Fahrers dieser viel zu kleinen Dose der Sauerstoff ausgegangen. Es ist ein riesiger Fehler, daß vor der Vergabe einer Fahrerlaubnis kein Intelligenztest notwendig ist. Die Regelfestigkeit sowie der Gesundheitszustand sollten regelmäßig überprüft werden. Die Praxis der Vergabe einer lebenslangen Fahrerlaubnis ist praxisfern.
Wäre es rechtlich nicht bedenklich, zu diesem Zwecke auf öffentlichen Straßen zu filmen. Könnte ein Video mit dem Verhalten des Störers aus der Konservendose den zuständigen Behörden übergeben werden. Aber unsere Behörden betrachten das ja als nicht ahndungswürdig.

Richtiges Verhalten gegenüber Radfahrern:
Fahrräder sind nach § 2 StVO Fahrzeuge, mit denen im Regelfall auf der Fahrbahn gefahren werden muß (§ 2 IV StVO, div. Gerichtsurteile). Beim Überholen muß ein Mindestabstand von 1,5 m zur Schulter oder zum Lenkerende des Radfahrers eingehalten werden. Bei höherer Geschwindigkeitsdifferenz verlangen die Gerichte sogar 2,5 m Sicherheitsabstand. Und ausgebremst werden darf der Radfahrer auch nicht, das könnte als Nötigung interpretiert werden.

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Guter Ansatz in Osterrönfeld!

Wenig (verkehrs-)sozialistisch tritt die SPD in Osterrönfeld mit einer radverkehrspolitischen Idee an die Öffentlichkeit.

Zur Sicherung des Radverkehrs an der Dorfstraße wäre es notwendig, die Zeichen 240 StVO zu entfernen, die eine Benutzungspflicht auf dem viel zu schmalen kombinierten Geh- und Radweg anordnen. Diese Verkehrszeichen hätten nur angebracht werden dürfen, wenn der Radweg sowohl bauliche Mindeststandards erfüllt (VwV-StVO zu § 2, ERA95) und nach § 45 IX StVO weniger Gefahren für Radfahrer als die Fahrbahn birgt. Kurz: Radwege haben sich als gefährlich erwiesen, daher ist der Mischverkehr auf der Fahrbahn nach § 2 StVO der Normalfall. Nur ausnahmsweise dürfte eine Benutzungspflicht eines guten Radweges angeordnet werden.

Für die Freigabe für den Radverkehr durch Zusatzzeichen ist der Gehweg vermutlich zu schmal und baulich sicher auch nicht geeignet. Das wäre ansonsten ein Angebot für unsicherere Radfahrer, welche die Fahrbahn meiden. Daher wäre eine parallele Route als Fahrradstraße ein wirklich gutes Angebot. Das nähmen auch Fahrbahnradler an, wenn sie es gerade nicht zu eilig haben.

Infos zu Fahrradthemen aus der Region gibt es auf Rad-in-RD.de

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Sex sells! Aber Polemik ist besser als Sex. - Der Verkehrssozialismus

Es ist interessant zu sehen, daß ein äußerst polemischer Beitrag von mir zu den Schlaglöchern die bisher größte Resonanz im Kommentarbereich auslöste. Für mich zeigte sich endlich mal, daß dieser Blog auch gelesen wird. Und ich freue mich über jeden, der es wagt, seine freie Meinung zu äußern. (Wer weiß, wielange das noch möglich ist.) Ich liebe das Mittel der Überspitzung und wende es gelegentlich auch zu intensiv an. Polemik macht Beiträge sexy, es regt zum Nachdenken an und bringt somit die Diskussion eher in Gang als eine Larifari-Aussage, wie sie sie etwa zu gerne von weichgespülten orangen Waschlappen wie Pofalla kommen.

Aber, liebe Kommentatoren, ich muß Euch enttäuschen. Das Geld aus der Kfz-Steuer oder der Mineralölsteuer deckt bei weitem nicht die Kosten, die Kraftfahrzeuge verursachen. Das Geld für den Straßenerhalt und -bau wird aus dem gesamten Steuersäckel bezuschußt.
Durch ihr höheres Gewicht belasten “Dosen” die Fahrbahnen stärker als das relativ leichte Fahrrad, also sorgen sie für schnelleren Sanierungsbedarf. Die “Blechbüchsen” sind groß und benötigen viel Verkehrsraum, aber auch große Abstellplätze. Flächen sind aber gerade in Innenstädten teuer und wertvoll. Damit der durchschnittliche “Bürgerkäfigführer” die Straße an seinem Ziel nicht verstopft, muß auch die öffentliche Hand Parkraum bereitstellen.In Wohnstraßen wird der öffentliche Raum wie selbstverständlich als Parkraum genutzt. Wäre es für das Gemeinwohl nicht besser, wenn dort Kinder spielen könnten, ohne daß sie Gefahr laufen, einen PKW zu beschädigen?
Lärmemissionen der Kraftfahrzeuge senken die Lebensqualität von Anwohnern viel befahrener Straßen. Ebenso wirken sich die übrigen Emissionen negativ auf die Gesundheit aus. Aber die Emissionen haben auch indirekte Folgen für die Bausubstanz. Fassaden und Denkmäler verfärben sich z.B. durch Reaktionsprodukte der emittierten Stoffe mit dem Regenwasser. Kulturgüter werden unwiederbringlich beschädigt oder gar zerstört.
Für die Pflanzen, welche die emittierten Stoffe ein wenig zähmen könnten, gibt es kaum Platz, weil der öffentliche Raum schon versiegelt ist. Versiegelt ist er wegen des hohen Platzbedarfes des “Bürgerkäfigs”.
Es gibt Erkrankungen, Situationen oder Berufe, in denen ein Auto erforderlich ist. Die meisten motorisierten Verkehrsteilnehmer sind aber allein in ihrer Kutsche unterwegs. Und wenn die ÖPNV-Anbindung schlecht ist, darf auch der Pendler gerne sein Automobil bewegen. Aber da, wo die ÖPNV-Anbindung gut ist oder Strecken unter 6 km zu befahren sind und kein gewichtiger Grund vorliegt, ist die Benutzung eines Autos gelinde gesagt asozial. Die volkswirtschaftlichen Folgen sind einfach zu groß. Außerdem wird der ÖPNV aus gutem Grunde subventioniert.  Außerdem blockieren Autos bei unsinnigen Fahrten den Parkraum vielleicht auch für jemanden, der etwas Sperriges transportieren muß oder krank ist. Die Straßen wären weniger verstopft; ÖPNV, Radfahrer und all die wirklich auf das Automobil Angewiesenen kämen besser voran. Das gilt z.B. auch für den Revierfahrer eines Sicherheitsdienstes.Ich bin kein Grüner. Ansonsten forderte ich die völlig autofreie Innenstadt. Ich setze auf die Vernunft des Einzelnen. Das Individuum muß mehr zum Gemeinwohl beitragen! Dazu gehört es eben auch, nicht die Aktenmappe 4 km in einem überdimensionierten und emittierenden Käfig durch die Stadt  zu fahren. Die Radfahrt oder die Nutzung des ÖPNV sind angebracht.
In den USA fängt man inzwischen an, ein wenig umzudenken. Das sind dann nicht unbedingt die Sozialisten, die dort übrigens “Liberale” geschimpft werden. Bei uns sind ja auch nicht nur langhaarige Penner mit Joint auf dem Rad unterwegs. (Anm.: In den USA wäre ich wohl Republican und unterstützte Huckabee.) In New York steigt die Zahl der Radfahrer. In Portland wird der Radverkehr gezielt gefördert, der ÖPNV ist im Stadtkern teilweise kostenfrei zu nutzen (Quelle zu Portland: ADFC Radwelt 1.10).

Wer fährt in Deutschland eigentlich Fahrrad? Fast alle Haushalte besitzen mehrere Fahrräder. Die meisten Räder verstauben oder werden nur selten genutzt. Ich meine mich zu erinnern, die durchschnittliche Fahrleistung läge bei 300 km. Das ist meine normale Monatsleistung. Andere wiederum fahren in einer Woche mehr als 300 km mit dem Fahrrad. Zu meiner Überraschung gibt es Sportradler, für die eine Trainingsrunde 100 km umfaßt.
Die Gruppe der Radfahrer ist heterogen. Es gibt Sportradler, von denen die meisten die Straßen als Trainingsraum nutzen. Dann gibt es Freizeitradler, die bei schönem Wetter abseits der Straße die Nähe der Natur suchen oder Ziele anfahren. Dann gibt es die ebenso heterogene Gruppe der Alltagsradler. Darunter findet sich die Hausfrau genauso wie der Führerscheinlose oder der verantwortungsbewußte Akademiker. Die Alltagsradler unterscheiden sich auch im Fahrverhalten. Die einen verdrücken sich auf jeden noch so besch… Radweg oder ordnungswidrig auf den Gehweg. Besonders die besser Gebildeten sind informiert und fahren auf der Fahrbahn. Letztere wollen vor allem schnell und sicher von A nach B kommen. Für sie ist das Fahrrad Ausdruck von Mobilität. Nicht selten besitzen sie hochwertige Fahrräder. Die Rohloff-Schaltung ist in dieser Gruppe kein Statussymbol, sondern eine für den Alltag notwendige Ausstattung. Sie fahren auf der Fahrbahn, auch weil sie nur dort schnell vorankommen. Das MoFa mit seinen 25 km/h überholen auch ein Alltagsradler aus Mobilitätsgründen mit einfacherer Schalttechnik schafft das. Diese Form der Mobilität dient auch dem Ausgleich von Bewegungsdefiziten am Arbeitsplatz.

Die Zahl der Radfahrer steigt in Städten mit Wohlstand. Das Automobil sei ein Armutsmodell, behauptet der Geograph Monheim. Die Erkenntnis, daß der Betrieb eines Automobils nicht nur volkswirtschaftlich, sondern auch betriebswirtschaftlicher Irrsinn ist, kommt eher jenen Menschen, die nachdenken. Interessanterweise sind das neben Akademikern eher Handwerker und Wachleute. Vor allem weibliche Angestellte mit niedrigem Intellekt setzen anscheinend auf das Automobil und treten übrigens nach meinem aus Erfahrung resultierendem subjektiven Empfinden auch am aggressivsten gegenüber Radfahrern auf.

Es gibt also keine homogene Gruppe “die Radfahrer”. Über Pauschalisierung hat sich übrigens der geniale, wenn auch linke Kabarretist Wilfried Schmickler in den Mitternachtsspitzen ausgelassen, wenn ich es richtig interpretiert hatte, als ich ihm mit einem halben Ohr zuhörte.
Lieber Bernd, begehen Radfahrer wirklich soviele Aggressionen oder auch nur Ordnungswidrigkeiten wie Automobilisten? Gefährder sind eigentlich nur die Gehwegradler, denn sie gefährden Fußgänger. Geisterradler nerven und gefährden andere Radfahrer. Aber Geisterradeln ist viel zu häufig rechtswidrig erlaubt (z.B. Brückenstraße, der dortige Radweg ist für einen Zweirichtungsradweg zu schmal). Das Fahren auf dem Gehweg ist viel zu häufig erlaubt (”Rad frei”, z.B. Kaiserstraße in Büdelsdorf, Izehoer Chaussee) oder gar gewünscht (Z. 240 StVO). Rotlichtverstöße durch Radfahrer dürften nicht viel häufiger als bei Büchsenführern vorkommen. Dabei müssen sich Radfahrer sich mit Bettel- oder Induktionsampeln herumärgern. In seinem Aufsatz “Sind Radfahrer bessere Menschen?” geht Kettler auf das elende Vorurteil ein, Radfahrer begingen besonders häufig Ordnungswidrigkeiten.

Automobilisten überholen sehr schnelle Radfahrer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in der 30-Zone. Wer mit 50 in der Stadt fährt, gilt als schleicher. Die Geschwindigkeitsübertretung ist Standard. Sicher werden auch täglich unzählige Verwarnungsgelder für Falschparker verhäng. Man könnte meinen, der gemeine Automobilist zeige mit dem Finger auf die Radfahrer, um von seinen Untaten abzulenken. Immerhin weisen bei dieser Geste gleich drei seiner Finger auf ihn zurück.

Wir haben alle die Absicht, sicher und schnell unser Ziel zu erreichen. Ein Miteinander im Verkehr wäre auch nach § 1 StVO geboten. Daß ein Miteinander funktionieren kann, beweist das erfolgreiche Shared Space. Das destruktive Element neben dem Apartheidsdenken vieler kleingeistiger Verkehrsteilnehmer bilden die Hinterweltler unter den Stadtplanern und in den Straßenverkehrsbehörden der kommunalen Verwaltungen. Es ist Sozialismus, dem”unmündigen Bürger” vorschreiben zu wollen, wie er sich zu verhalten hat. Verkehrszeichen sind sozialistisch. Ob sie eher braun oder blutrot sind, macht dabei keinen Unterschied. Das Denken ist nicht mehr notwendig, wenn der Staat lenkt. Nehmt die Verkehrszeichen weg! Bei Shared Space ist das Denken des Individuums wieder notwendig. Niemand außer dem Verkehrsgeschehen lenkt. Das Individuum bewegt sich im gemeinsamem Verkehrsraum verantwortungsvoll, das ist liberal, dabei achtet das Individuum selbständig auf das Wohlergehen der anderen Verkehrsteilnehmer, das ist in der Summe christlich-sozial-werteorientiert. Ein erschöpfter Fußgänger kann sich einfach hinsetzen, er wird umfahren, nicht wie im sozialistischen Apartheidsverkehr auf der Fahrbahn umgefahren.
Genauso sozialistisch ist der Gedanke, Verkehr leiten zu wollen. Der Verkehrsteilnehmer suchen ihren Weg. Von einem Büdelsdorfer Verantwortlichen war neulich zu vernehmen, daß er es vorzöge, erst einmal zu sehen, wo ein Trampelpfad entstünde, dann dort den Weg zu gestalten. Das ist ein wahrhaft rationales und lobenswertes Denken. Aber leider dürfte er damit nicht nur in dieser Region einer Minderheit unter Behördenmitarbeitern darstellen. Manch einer hängt allerdings wohl im verkehrssozialistischen Gestrüpp fest, würde aber eigentlich gerne anders, wenn er dürfte.

Auf unseren Straßen herrscht Krieg. Es läge in den Händen der kommunalen Verwaltungen, diesen Krieg zu beenden. Doch dort ist alles festgefahren. Der Verkehrssozialismus dominiert, obwohl der § 45 IX StVO eigentlich den Schilderwald eindämmen soll.

P.S. Nicht jeder gesamtpolitische Sozialist ist auch ein Verkehrssozialist bzw. Verkehrsnazi, was dasselbe ist. Die Fronten gehen eher quer durch die Parteien, als daß wirklich politische Lager etwas damit zu tun hätten.

P.P.S. Ich habe davon Abstand genommen, das Wort “Sozialismus” mit einem Link zur Homepage der “C”DU zu hinterlegen, um die Serosität des obigen Beitrages nicht zu untergraben.